Zum 275. Geburtstag von Magister Oesfeld:
Gotthelf Friedrich Oesfeld – einer der bedeutsamsten Chronisten des Erzgebirges - wurde am 31. August 1735 in Aschersleben geboren. 1754 wird ihm die Habilität (Magisterwürde) zuerkannt.
Nach erfolgreicher Probepredigt am Himmelfahrtstag des Jahres 1760 tritt Oesfeld am 15. Sonntag nach Dreifaltigkeit in Scheibenberg seinen Dienst als Pfarrer an.
Oesfeld, obwohl noch jung an Jahren, findet relativ schnell eine innige Bindung zum Erzgebirge - zu den Menschen und der für ihn ungewohnten Gebirgslandschaft. Seine Gedanken und Gefühle bringt er erstmals in dem bei einer Chemnitzer Buchhandlung 1767 herausgegebenen kleinen Büchlein unter dem Titel:„Betrachtung über die Herrlichkeit Gottes im Gebirge nebst einer Anweisung über die Heiligung unserer Spaziergänge“ zu Papier. Noch heute erinnern ein Gemälde mit Oesfelds Porträt, die Eintragung im Deckel des Taufsteines und zahlreiche Dokumente und Eintragungen an seine Zeit in Scheibenberg.
Im Jahre 1769, neun Jahre nach seinem Amtsantritt in Scheibenberg, übernimmt Oesfeld in der schönburgischen Hauptstadt Lößnitz die Stelle des Pfarrers und Kircheninspektors. Seine Antrittspredigt in Lößnitz hält Oesfeld am Sonntag Kantate (23. April 1769). 1773 erscheint bei J. G. Trampe in Halle der erste Band seiner insgesamt 600 Seiten umfassenden Schrift „Der Erzgebürgische Zuschauer“. Ein Jahr später folgt der 2. Band.
Heute sind über 30 - zumeist handschriftliche Werke - von Oesfeld bekannt, darunter theologische Darstellungen genauso wie heimatkundliche Beschreibungen – etwa über den Guten Brunnen bei Zwönitz oder den Schneckenstein im Vogtland. Sein Lebenswerk ist jedoch zweifellos die 1776 bei Gustav Trampe in Halle herausgegebene zweibändige Chronik:
„Historische Beschreibung einiger merkwürdiger Städte im Erzgebürge, insbesondere der Bergstadt Lößnitz„ Band 1 und
„Historische Beschreibung einiger merkwürdiger Städte im Erzgebürge worinnen noch
Merkwürdigkeiten von Lößnitz auch Chemnitz, Catharinenberg im Buchholtz, Eybenstock, Grünhayn, Johann Georgen-Stadt, Scheibenberg, Schlettau, Schneeberg, Hartenstein, Merana, Bockau auch von der Annabergischen Diöces Nachricht gegeben wird. (Band 2)
Oesfeld war stets bemüht, den damals nicht all zu guten Ruf des Erzgebirges ins Gegenteil umzuwandeln. Oesfeld schrieb über die „Herrlichkeit Gottes im Gebirge“ und beschrieb teilweise fast liebevoll Natur, Kultur und Menschen. Bis zu seinem Tode, am 24. Juni 1801, wirkte Gotthelf Friedrich Oesfeld 32 Jahre als Pfarrer und Kircheninspektor in Lößnitz. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Lößnitzer Gottesacker. Die Grabplatte wird heute in der Eingangshalle der St. Johanniskirche aufbewahrt.
Noch heute hält die Stadt Lößnitz das Andenken ihres berühmten Sohnes in allen Ehren.
Eine Straße trägt seinen Namen und seit dem 24. Juni 2001 (200. Todestag) erinnert eine von der Stadt Lößnitz gestiftete bronzene Gedenktafel an der Stützmauer der St. Johanniskirche an den „Entdecker der Schönheit des Erzgebürges“.



